Therapien
Therapien - Misteltherapie  E-Mail
Geschrieben von: Johannes Naumann   
Artikelverzeichnis
Therapien
Integrative Medizin
Mikronährstoffe
Misteltherapie
Bakterienpräparate (Probiotika)
Homöopathie
Körperliche Aktivität
Patientenkompetenz:
Sanierung von Zähnen und Kiefer
Alle Seiten
Misteltherapie

Die Misteltherapie ist von dem Gründer der Anthroposophie, Rudolph Steiner als Mittel gegen Krebs eingeführt worden. Er hatte eine Betrachtung über die Pflanze, die als Schmarotzer auf Bäumen lebt, immergrün ist und im Winter blüht angestellt und dabei Parallelen zur Krebserkrankung gesehen.
Die Mistel ist zytotoxisch, d.h. giftig für Zellen und wurde in der Anfangsphase meist direkt in Tumore gespritzt. Heute nutzen wir mehr die immunstimulierenden Effekte und Spritzen die Mistelpräparate unter die Haut.
Im wesentlichen gibt es 2 Weisen Mistel  anzuwenden.
1.    die  anthroposophische  Art, bei der aus der Pflanzenbetrachtung heraus eine Mistel eines bestimmten Wirtsbaumes, z.B. der Eiche oder des Apfelbaumes  ausgewählt und in aufsteigender Dosierung,  so genannten Serien gegeben wird und die Intensität nach der Hautrötung,  Auftreten von Fieber oder dem Blutbild (Eosinophilie)  individuell  bestimmt wird. Dafür ist die Betreuung eines mit dieser Therapie erfahrenen Arztes notwendig,  da sonst z.B. bei Auftreten von Fieber fälschlicherweise oder verspätet  Antibiotika  gegeben werden.
2.    die  pharmakologische  Art. Hierbei  werden Mistelpräparate auf den (vermuteten) Hauptwirkstoff, das Mistellektin normiert und in einer festen Dosis  über einen festen Zeitraum gegeben. Das empfehle ich immer dann, wenn die Betreuung durch einen eher unerfahrenen Arzt erfolgt, da hierunter in aller Regel weder Fieber noch Hautreaktionen auftreten.
Wissenschaftlich als sehr hochwertig angesehene Studien, so genannte Doppelblind-Studien haben keine Wirkung der Mistel ergeben. Von diesen Studien gibt es nur sehr wenige, weil andere Studien, gezeigt haben, dass in aller Regel Patienten, die eine Misteltherapie wünschen, nicht an solchen Studien teilnehmen, bei denen sie über einen wesentlichen Zeitraum mit 50%-iger Wahrscheinlichkeit Placebo bekommen.
In Studien bei denen der Verlauf unter Misteltherapie beobachtet und mit dem Verlauf von anderen Patienten, die sich an anderer Stelle ohne Mistel behandeln ließen,  zeigen eine Verbesserung der Lebensqualität und teilweise auch eine Verlängerung des Lebens. Eindeutige Heilungen nur mit Misteltherapie sind nicht bekannt und die Stärken der Misteltherapie liegen –so weit bekannt- darin Effekte der „schulmedizinischen“ Therapie positiv zu verstärken und Nebenwirkungen zu mindern und die Lebensqualität zu steigern.
Ich empfehle deshalb durchaus häufig eine Misteltherapie.
Wenn Menschen sich vor Spritzen fürchten oder nicht gerne durch mehrfache Spritzen wöchentlich an ihre Erkrankung erinnert werden rate ich eher ab. Ich rate auch bei Leukämien, Lymphomen und Nierenzellkrebs eher ab, da dabei vereinzelt Verschlechterungen unter diesen Therapien beobachtet wurden, wenn auch der Zusammenhang zur Misteltherapie  meist unklar blieb.